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DEFAULT : 1915 - Pronsfeld vor 100 Jahren
03.11.2015 17:32 ( 4428 x gelesen )

Pronsfeld  im Kriegsjahr 1915

Die "große" Lage im Überblick

Das zweite Kriegsjahr 1915 zeigte, dass der Krieg länger als geplant dauern würde. Keine Seite konnte in diesem Jahr wesentliche Erfolge erringen. Aus einem Bewegungskrieg wurde vor allem im Westen ein „Stellungskrieg“, bei dem sich die Soldaten regelrecht in der Erde gruben und verschanzten. Angriffe und Gegenangriffe wechselten sich ab und führten zu großen Verlusten auf beiden Seiten. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde bei Ypern (Belgien) Giftgas von den Deutschen als Kampfmittel eingesetzt. Im Osten starteten große Angriffe der Mittelmächte und führten u.a. zur Einnahme Warschaus und zur Besetzung Serbiens. Auf den Meeren begann der U - Boot – Krieg, auch der Luftkrieg gewann an Bedeutung, so griffen Zeppelin-Luftschiffe erstmals Großbritannien an.

Die Lage in der Heimat

Einen Eindruck über die Lage in der Heimat erfährt der Leser im Buch „Prüm und das Prümer Land 1700 – 1945“  von Franz –Josef Faas.„Die Stimmung blieb lange Zeit noch optimistisch , sie wurde immer wieder gestärkt z. B. nach einem deutschen Sieg in Russland am 5.Mai 1915“, wird hier der Prümer Chronist Scharbach zitiert. Über die Versorgungslage schreibt er :„ Mit der Brotgetreideordnung vom 25.01.1915 wurde die Gemeinde mit der Beschaffung des Mehles betraut. Nun gab es die ersten Karten, die Brotkarten, und zwar pro Kopf der Bevölkerung zunächst für 1750 g die Woche. An Fleisch war im ersten Kriegsjahr kein Mangel. Erst im Herbst 1915 stellten sich Schwierigkeiten ein, und man führte fleisch- und fettlose Tage ein.“
Unter dem Titel „ Brot- und Kriegsbrot“ berichtet der Chronist von Einschränkungen beim  Getreideverbrauch. „Das ging so weit, dass man an Markttagen auf dem Hahnplatz den Mist kontrollierte, um festzustellen, ob nicht Getreide verfüttert worden war. -  Die Kartoffelernte war gut, es gab viele und gute Kartoffeln. Weniger gut war die Haferernte, ebenso die Heuernte, während die Grummeternte sehr gut ausfiel.“ Auch die Preise stiegen „ Der Buchweizen stieg von 5 Mark im Jahr 1914 schon 1915 auf 35 Mark“.

Pronsfeld im 2. Kriegsjahr

Dem  jungen Fotografen Johann Krämer (geb. 1897), einem Sohn des ehemaligen Pronsfelder Lehrers Peter Krämer (Lehrer in Pronsfeld von 1886 bis 1911) , verdanken wir einige Bilder, die bei näherer Betrachtung eindrucksvolle Zeitdokumente darstellen. Johann Krämer - von den Pronsfeldern auch "Schullisch Hans" genannt, verkaufte seine Bilder teilweise als sog. Ereigniskarten, die als Postkarten verschickt wurden. Die Geschwister Krämer, zu denen auch J. Krämer gehörte,  betrieben im 1912 erbauten Gebäude an der Prümbrücke (zuletzt Kaufhaus vom Steeg) bis 1937 ein Gemischtwarengeschäft.

Sollte der Bericht zu den Bildern nicht zu sehen sein, bitte auf "Mehr Infos" klicken!


Pronsfelder Rekruten 1915    (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!)
Wie überall im deutschen Reich wurden auch in Pronsfeld junge Männer rekrutiert, um für das Vaterland in den Krieg zu ziehen und den Feind zu besiegen. So die offizielle Redeweise. Die Pronsfelder Rekruten des Jahres 1915 stellten sich nach ihrer Musterung auf der Treppe des damaligen Kaufhauses Geschw. Krämer  (Hauptstraße an der Prümbrücke) dem Fotografen (J. Krämer)  Namentlich bekannt ist u.a. Adam Peters (1.Reihe sitzend links), aus dem Alferweg, der später als Maurermeister einen eigenen Betrieb hatte. Mit einer hellen Schärpe geschmückt steht Hubert Bischof (Remigiusstraße)  in der 3. Reihe (2. von rechts). Einige der abgebildeten Männer kehrten nicht mehr aus dem Krieg nach Hause zurück.

Weitere Personen können u.a. den Familien Keils, Jansen, Chevalier, Theis, Kribs zugeordnet werden.

Hinweis und Bitte: Sollte jemand  auf den Bildern abgebildete Personen identifizieren können, möge man sich an mich wenden. Tel.Nr. 06556/831, Email : winfriedrichards@t-online.de

Eine Sensation in Pronsfeld

Am 4. Juli 1915 schickte Frau Sybilla Chevalier ihrem Mann Hubert per Feldpost eine Karte von einem Ereignis, das in Pronsfeld großes Aufsehen erregte. Hubert Chevalier war nach Koblenz  eingezogen worden und wurde zum Telegraphisten ausgebildet. ( Unter seiner Federführung wurde 1903 der Musikverein Pronsfeld gegründet.) Zu erwähnen ist noch, dass damals die Post vor allem per Bahn transportiert wurde (Bahnpost). Seit dem 15.April 1915 durften übrigens Briefe nicht mehr verschlossen werden.

Die verschickte Karte war  ebenfalls ein Foto von J. Krämer und zeigt - wie der Aufdruck aussagt -  die "Finder eines feindlichen Luftballons in Pronsfeld". Dies war eine Sensation und die Finder präsentieren sich stolz in Siegerpose und in  "Sonntagskluft" dem Fotografen mit ihrem Fund, einem französischen Ballon, dem über  Pronsfeld offenbar das Gas ausging und der deshalb auf den  Boden sank. Aus der Aufschrift "Aerostation Militaire St. Cyr" kann man erkennen, dass es sich um einen militärischen Ballon einer Balloneinheit aus Saint Cyr  (Nähe Versailles) handelt. Der abgebildete Ballon hatte eine kugelförmige Hülle, wurde mit Wasserstoffgas gefüllt und stieg an Seilen befestigt auf. Als Fesselballone blieben diese Ballone über Leinen fest mit der Erde verbunden. Aus einem angehängten Korb  konnten Beobachter weit in die feindlichen Stellungen spähen und auch das Gefechtsfeld fotografieren. Als Artilleriebeobachter eingesetzt konnten sie auch das Artilleriefeuer leiten. Unbemannt dienten die Ballone auch dazu, Antennen für den Funkverkehr in die Höhe zu ziehen. Auch die deutschen Truppen setzten militärisch genutzte Ballone und Luftschiffe ein.

Der Ballon hat sich offenbar aus der Verankerung gelöst und wurde durch Westwinde getrieben letztlich bis nach Pronsfeld getragen.

Russische Kriegsgefangene in Pronsfeld

Diese Aufnahme stammt laut einem handschriftlichen Vermerk des Fotografen auf der Rückseite vom 20.Juni 1915. Des Weiteren schreibt er: "Gefangene Russen beim Lohschälen, Masthorner Mühle. Der mit x ist ein Dolmetscher. Die Leute sind sehr glücklich hier." (Der Dolmetscher- gekennzeichnet durch ein x auf seinem hellen linken Hemdsärmel  steht rechts neben dem Förster in der Bildmitte)  Die russischen Gefangenen schälten auch in anderen Orten des Kreises Prüm Lohe für die kriegswichtigen Prümer Gerbereibetriebe. Außerdem wurden sie in der Landwirtschaft eingesetzt. " Die Bauern waren durchweg zufrieden, sie rühmten ihren Fleiß, ihre Genügsamkeit, Anstelligkeit, Frömmigkeit und Anhänglichkeit an die Familien zu Hause", so der Chronist Scharbach aus Prüm.

Dieses Bild wurde als Karte am  5.7.1915 an den Bruder des Fotografen Christian Krämer verschickt, der als Reservist nach Lothringen eingezogen worden war. Christian Krämer war Lehrer in Pronsfeld. Das Foto  zeigt  mit Blick nach Westen einen Trupp von Mähern in der Gemarkung Pronsfeld (Auf der Sauerwiese)  . Im Hintergrund links ist das Bierbachviadukt der Bahnlinie nach Neuerburg zu erkennen. Es ist frühmorgens , wie der Schattenwurf des Fotografen verrät. Aus der Kopfbedeckung lässt sich schließen, dass mindestens zwei der Mäher Russen sind. Sie tragen die militärischen Schirmmützen der Russen, wie sie auch auf den anderen Bildern zu sehen sind. (Chronist Scharbach schreibt, dass viele Russen im Kreis Prüm arbeiteten." Das fiel besonders auf dem Markt auf, wo ebensoviele Russen wie EInheimische  das Vieh versorgten; überall waren Gruppen von gemütlich plaudernden Russen zu sehen."
Untergebracht waren die russischen Gefangenen in Pronsfeld im Haus Heinz (heute Simon) in der Remigiusstraße. Die Fenster waren mit Gittern versehen worden. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1918. (Am 3. März 1918 wurde Frieden mit Russland geschlossen. Der Chronist Scharbach vermerkt: "ab diesem Datum weigerten sich die Kriegsgefangenen weiter zu arbeiten")
Gefallen im Jahr 1915

Pronsfeld: Gilles Nikolaus, Wertessen Nikolaus,

Watzerath: Schäfer Philipp

Pittenbach: Hoffmann Jakob, Pütz Heinrich, Thielmann Arnold

Matzerath: Balter Nikolaus

Schlossheck: Johann Welter

Hinweis : Zum Bericht  "Pronsfeld 1914", der vom ersten  Kriegsjahr handelt : Hier klicken


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