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DEFAULT : Pronsfeld 1945
24.05.2015 16:17 ( 2706 x gelesen )

Pronsfeld 1945 : Ende und Neuanfang

Vor 70 Jahren endete mit der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 der 2. Weltkrieg. Dieser Tag bedeutete das Ende des „tausendjährigen“ Nazi-Reiches, das in einem Meer aus Blut und Tränen versank, aber auch Befreiung von der Nazi-Diktatur.  Als die Waffen endlich schwiegen,  waren mehr als 60 Millionen Menschen tot. Gefallen an der Front, ermordet in Konzentrationslagern, verbrannt in Bombennächten, gestorben an Hunger, Kälte und Gewalt bei Flucht und Vertreibung.

Auch für unser Dorf brachte der furchtbare sinnlose Krieg gewaltige, bisher noch nie dagewesene  Veränderungen mit sich. Folgender Bildbericht versucht, einige Aspekte der ersten Nahkriegsjahre zu beleuchten. (Sollte der Bericht nicht zu sehen sein, bitte auf "Mehr Infos" klicken!) 



Für unser Dorf war der Krieg bereits Ende Februar/Anfang März 1945 mit dem Einmarsch der aliierten Soldaten vorbei. Diese fanden einen zerstörten und von den Bewohnern verlassenen Ort vor. Denn fast alle Bewohner mussten bereits im September 1944 , als die Amerikaner die Reichsgrenze überschritten und bis zur Schneifel vordrangen , das Dorf räumen und im Hinterland eine Bleibe suchen. Viele wurden sogar bis in den Westerwald und ins Siegerland evakuiert. Einige blieben auch in der Nähe z.B. in Orlenbach . Vor allem vor und während der Ardennenoffensive (Dezember/Januar 1944/45) war Pronsfeld wegen der Eisenbahn und der verschiedenen Straßen, über die der militärische Nachschub rollte, ein Ziel der aliierten Bomberverbände. Auch der Beschuss mit Artillerie- und Panzerwaffen während der Kampfhandlungen beim Vormarsch führte dazu, dass rund drei Viertel der Gebäude vollkommen zerstört bzw. stark beschädigt wurden.

Bereits unmittelbar nach der Besetzung durch die Amerikaner kehrten die ersten Pronsfelder zurück. (Siehe auch den Bericht von T. Redagne „Ostern 1945“)  Zunächst standen die Sorgen der nach und nach heimkehrenden Pronsfelder um das tägliche Überleben und um „ein Dach über dem Kopf“ im Vordergrund. Die Menschen  rückten zusammen, um die noch erhaltenen Räume zu nutzen, schafften Notunterkünfte in zerstörten Gebäuden und Ställen, lebten teilweise in Baracken. Gärten und Felder wurden so gut es ging bestellt, um sich als „Selbstversorger“  Nahrung zu beschaffen. Auch die meisten Nichtbauern hielten Kleinvieh wie z.B. Kaninchen, Hühner, Gänse, Schafe, Ziegen usw.

Zur materiellen Not bedrückten Trauer um gefallene und getötete Angehörige sowie Sorgen um das Schicksal  vermisster, verwundeter oder noch in Gefangenschaft lebender Soldaten  die Menschen. In der Pfarrei Pronsfeld waren  allein  135 Opfer zu beklagen. ( 73 Gefallene, 38 Vermisste – keiner kehrte zurück - , 24 Zivilopfer). Auch in der Nachkriegszeit gab es noch Opfer. So verlor der 15 jährige Werner K. 1953 sein Leben, als bei Feldarbeiten eine Granate explodierte.  

Nach Bewältigung der größten Not setzte der Wiederaufbau ein, der noch etliche Jahre das Leben im Dorf bestimmte. Einige Bilder der Nachkriegsjahre vermitteln einen guten Eindruck.(Zur Vergrößerung auf die Bilder klicken!)

Dieser Trümmerhaufen blieb von einem der größten Bauernhöfe des Dorfes übrig, dem Hof der Familie Heinz („Helljisch“) in der Hauptstraße.  Im Hintergrund der Hochberg.

Auch der  „Schmennes – Hof“  in der Hauptstraße (Familien Richards-Finken)  war stark beschädigt. Der rechte Teil wurde später abgerissen (Geschäft Finken), der linke Teil teils abgerissen, teils umgebaut. (Haus Klasen)

Die Schäden in der Hauptstraße wurden Anfang der 1950er Jahre durch einen Ausbau beseitigt. Das strohgedeckte Gebäude im Vordergrund diente als Wohnung der Familie Schoden/Kaufmann. Später wurde zur Straße hin ein neues Wohnhaus errichtet. Das Haus Keils („Knoofen“) war schon als 2 stöckiger Bruchsteinbau neu aufgebaut worden. Das Haus Peifer (im Hintergrund) an der Kurve war wenig beschädigt. Es wurde  aber etliche Jahre später abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

1949 wurde die Eisenbahnstrecke Prüm – Bleialf wieder eröffnet. Die beiden Eisenbahner Josef (links) und Peter Richards (noch in alten Reichsbahnuniformen) stehen auf einem Bahnsteig und warten am Eröffnungstag auf den Sonderzug, im Hintergrund die durch Bombentreffer beschädigte und teilweise eingestürzte Stützmauer zum Schleiferberg hin. Das Pronsfelder Bahnhofsgebäude war vollkommen zerstört, es wurde abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt. Es dient heute als Arztpraxis.

Das Bild zeigt eine Kleinlok mit Waggon auf dem Weg nach Waxweiler. Erst 1952 wurden die Bahnstrecken nach Waxweiler und Neuerburg wieder in Betrieb genommen. Alle Brücken waren von den deutschen Truppen beim Rückzug gesprengt worden, unmittelbar bei Pronsfeld die Brücke über die Alf und die große Brücke über den Bierbach. Im Hintergrund das zerstörte Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Zur Post“. Die Reste wurden später abgerissen, heute befindet sich hier eine Grünfläche. Bei der Eisenbahnbrücke über die Alf hingen die Gleise mit den Schwellen noch frei über dem Bach, während der Unterbau weggesprengt war. Eine Mutprobe zweier Jungen führte hier zu einem Unfall. Alois R. rutschte beim Betreten der Brückenreste zwischen den Schwellen hindurch, stürzte in das Bachbett und zog sich Kopfverletzungen zu. Dr. Müller, der damals seine Praxis eröffnet hatte, nahm die Erstversorgung vor, ehe es ins Krankenhaus ging.

Das Bild zeigt den Ortseingang aus Richtung Habscheid mit am Straßenrand abgestellten schrottreifen Landmaschinen und die Behelfsbrücke über die Alf.  Die Pronsfelder Brücken über Prüm und Alf waren wie die Bahnbrücken beim Rückzug der deutschen Truppen gesprengt worden. Es wurden zunächst Behelfsbrücken aus Stahlträgern mit einem Holzbohlenbelag und Holzgeländern errichtet, die in den 1950er Jahren durch die Stahlbetonkonstruktionen ersetzt wurden, die noch heute bestehen. Eine derartige Behelfsbrücke führte auch über die Prüm.

1949 wurde die Werkstatt Valentin Winkelmann mit Wohnhaus wieder aufgebaut. Schlaglöcher charakterisieren den Zustand der Straße. Die gepflasterte Zufahrt zur Prümbrücke  ist noch im alten Zustand.

Das ehemalige Haus Theis (Lünebacher Str.  1) wurde ca. 1950 neu errichtet. Wie damals üblich wurden Bruchsteine aus einheimischen Steinbrüchen vermauert. Steinbrüche befanden sich am Schleiferberg sowie auf der Schlossheck. Dahinter das Haus Kraus, das bereits neu errichtet worden war und in dem die Post mit einer Telefonvermittlung untergebracht war.

Diese eindrucksvolle Aufnahme machte Frau Gaspers Anfang der 1950er Jahre aus einem Fenster ihres Hauses in der Lünebacherstraße. Auf der Fläche links stand früher der Bauernhof Hoffmann („Neissen“). Nur Mauerreste sind noch zu erkennen. Die Fläche diente der Firma Zwicker (Baustoffe und Landhandel) als Lagerplatz. Hinter den behelfsmäßig errichteten Schuppen das langgestreckte Gebäude des ehemaligen „Scholzenhofes“ (Richards). Rechts daneben das neu errichtete Haus Theis. Im Hintergrund ist der „Kitschenhof“ (Kockelmann) mit der „Backes“ zu erkennen. Der  rechte Bildteil zeigt die Giebelseiten des Gasthauses Zwicker und des neu gebauten Saales. Das alte Toilettengebäude links davon wurde später abgerissen und diente damals wie heute als Parkplatzfläche.

Obwohl die Schäden an den Häusern und der Straße noch deutlich  an den Krieg erinnern,  beginnen die Pronsfelder wieder, das gemeinschaftliche und kulturelle Leben in der Gemeinde zu  aktivieren und zu pflegen. 1951 bewegt sich  anlässlich des Kreissängerfestes der Festzug auf der Hauptstraße an den Häusern Kribs und Kockelmann vorbei in Richtung Pfarrwiese, wo das Fest unter freiem Himmel stattfand. im Bild der damalige Männergesangverein Pronsfeld.

Obwohl der Turm der alten Kirche  erst  nach Kriegsende 1948 einstürzte, gilt die Ruine geradezu als Symbol für „Kriegszerstörung“. Restauriert und als Gedenkstätte für die Toten der Kriege gestaltet, ist die alte Kirche heute das Wahrzeichen des Ortes und ein Mahnmal für den Frieden.


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