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DEFAULT : Neues aus der Gemeinde (Okt.2012)
13.10.2012 18:19 ( 2001 x gelesen )

1. Baumpflege auf dem Kirchplatz

Mit Hilfe eines „Steigerwagens“ wurden auf dem Kirchplatz verschiedene Bäume zurückgeschnitten und gestutzt.
(Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken!)

2. Baumfällung auf dem Friedhof

Eine mächtige Birke auf dem Friedhof in der Nähe des Ausganges zum Parkplatz wurde vorsorglich gefällt, um eine Gefährdung auszuschließen. Der Baum wies eine beträchtliche „Schieflage“ auf und hätte möglicherweise bei Sturm umstürzen können.

3. Bauarbeiten an der Kreisstraße K 120

Die Kreisstraße K 120 Richtung Orlenbach hat vom Ortsausgang Pronsfeld (Friedhof) einen neuen Belag erhalten. Teilweise wurden auch die stark ausgefahrenen Bankette mit Gittersteinen befestigt. Diese Kreisstraße wird von den Einheimischen gerne als Zubringerstraße zur Autobahn genutzt.

 4. Ausbau Schleiferberg

Die angekündigten Straßenausbauarbeiten am Schleiferberg haben begonnen. Teilweise wird auch die Wasserleitung erneuert.
Alte Bilder und Karten „berichten“ etwas über den „Schläiferbersch“, wie es auf Pronsfelder Platt heißt. (Falls der Bildbericht nicht zu sehen ist, bitte auf „Mehr Infos“ klicken.


"Schleiferberg" -alte Bilder berichten

Auf der ersten Katasterkarte , dem „Urkataster“ aus dem Jahr 1827 , findet sich die Lagebezeichnung „ im Schleiferberg“. Bei der Erstellung dieses Katasters wurden die bereits in „Platt“ vorhandenen Namen ins Hochdeutsche „übersetzt“, wobei die gesprochenen Laute nur annähernd zum Ausdruck kommen können. ( Schleiferberg wird im Platt wie „Schläiferbersch“ gesprochen, wobei an das kurz gesprochene ä das i sofort angebunden wird, es klingt wie der holländische Laut „ij“ .)
Auf dem „Schläiferbersch“ gibt es auch eine Hausbezeichnung, die heute noch bei den Älteren als „Schläifer“ bekannt ist. Als in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Lambert Jansen dieses Haus kaufte, war er in Pronsfeld nicht als Lambert Jansen bekannt, sondern als „Schläifer Laampert“, auch seine Kinder hießen natürlich nicht „Jansen“ sondern „Schläifer“ z. B. „Schläifer Werner“ , der heute in der Straße „Im Wiesengrund“ wohnt.
Es spricht Einiges dafür, dass die Lage „im Schleiferberg“ von dem Hausnamen „Schleifer“ – wie z.B. auch „Tilmespaisch“,“Scholzenpaisch“ oder „Krämersgarten“ kommt. Vielleicht war der Hausbesitzer von Beruf „Schleifer“ oder besteht ev. eine Verbindung zu den alten in der Nähe liegenden ehemaligen Steinbrüchen ? Möglich ist natürlich auch, dass das Haus den Namen von der ev. bereits vorhandenen Flurbezeichnung erhielt.
Wie auf der Karte zu sehen, lagen am „Schleiferbergweg“ 1827 nur 3 Häuser, links zu Beginn des Weges die damaligen Häuser Peters (später Pint, Chadasewitsch, heute Grünfläche), darüber Haus Clasen (später Welter, Schmitt) und oben auf dem Berghang vermutlich das „Schleiferhaus“, damaliger Besitzer ein Paul Ganser.
Von der Eisenbahn ist natürlich nichts zu sehen, da diese erst 1886 gebaut wurde.
 
Der Ausschnitt aus einer kolorierten Karte, die im Jahr 1907 verschickt wurde, zeigt bereits eine dichtere Bebauung des Schleiferberges, dessen Hang zur Prüm hin durch den Neubau der Bahnlinie (1886) teilweise angeschnitten und abgetragen wurde. Unmittelbar hinter dem Bahnübergang ist rechts ein Haus (existiert nicht mehr) der Fam. Welter zu sehen, links davon auf der anderen Straßenseite das Haus Pint mit dem angebauten Haus Müller (heute Grünfläche). Oben auf dem Berg sind zu erkennen die Häuser Bachels, Finken, Simon, Jansen („Schläifer“) . Im Vordergrund an der Prümbrücke das Gasthaus „Zur Post“ mit dem Kaiserlichen Postamt. Im Bahnhofsbereich fällt der damalige Wasserturm auf, rechts daneben das Bahnhofsgebäude.
Dieser Kartenausschnitt aus dem Jahr 1915 zeigt den Schleiferberg in voller Länge. Sogar die Verlängerung des Schleiferberges der sogenannte „Jeeßepaad“ (Geißenpfad) mit dem Petershaus, das „Pittisch Heen“ erbaute, ist zu sehen. Das alte Welterhaus unmittelbar am Anstieg des Schleiferbergweges wurde wegen der Bahnerweiterung abgerissen und stattdessen 1912 ein großer Neubau errichtet . Die Bahnanlagen wurden um die Strecken nach Waxweiler und Neuerburg erweitert (1907), der Wasserturm zwischenzeitlich abgerissen.
 
Der Ausschnitt aus der Karte von 1939 zeigt gegenüber dem Bild von 1915 relativ wenig Veränderungen: das Haus Heinz (links am Bildrand) wurde zwischenzeitlich neu gebaut und wegen des zweigleisigen Ausbaues der Bahnstrecke nach St. Vith (1917/18) war eine Betonstützmauer am Schleiferberg errichtet worden. Das zweite Gleis wurde aber bereits 1930 wieder wegen der Bestimmungen des Versailler Vertrages abgebaut.
Im zweiten Weltkrieg wurde der Schleiferberg wegen der Nähe zum Bahnhof stark in Mitleidenschaft gezogen: einige Häuser wurden völlig zerstört, andere beschädigt.
Heute liegen am Schleiferbergweg auf der linken Seite 4 Wohnhäuser, 2 davon im Außenbereich am ehemaligen „Jeeßepaad“ , auf der rechten Seite liegen 7 Wohnhäuser, die alle wegen ihrer Lage am Berghang über dem alten Bahngelände eine schöne Aussicht auf das Prümtal und das Dorf haben.
(Das Bild wurde 2007 bei einem Ballonmeeting vom Schleiferberg aus aufgenommen))


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