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 : Kulturdenkmal restauriert
12.07.2010 13:15 (173 x gelesen)

Das „Matzerather Kreuz“ und seine Geschichte

Vor einigen Tagen wurde ein altes Wegekreuz in der Gemarkung Pronsfeld       im Distrikt „In der Kirchdell“ aufgestellt, das der Bildhauer und Künstler Peter Weiland aus Irrhausen in den vergangenen Wochen restaurierte. Er überarbeitete,ergänzte und vervollständigte die vorhandenen Relikte des alten Kreuzes mit Hilfe moderner Techniken.
Es handelt sich um das sogenannte „Matzerather Kreuz“, an das sich nur die Älteren aus Pronsfeld und den Pfarrorten erinnern dürften. Das Kreuz stand  ursprünglich zwischen der alten Kirche und der Finkendell am alten „Matzerather Messenpfad“ , der über Jahrhunderte hinweg von der alten Pfarrkirche St. Remigius über die Distrikte „Finkendell“ und „In der Lünebach“ querfeldein auf kürzestem Weg nach Matzerath führte und den Bewohnern als Weg zur Kirche diente. Daher auch der Name „Messenpfad“ oder im Dialekt :“Kirchenpaad“. Das kleine Tor an der Südseite des Friedhofes in Höhe der alten Kirche erinnert noch an diesen Pfad. (Bild)
Im Urkataster der Gemeinde Pronsfeld aus dem Jahr 1827 ist der Weg als eigene Parzelle eingezeichnet. Der Bereich zwischen dem ehemaligen Standort des Kreuzes und der Finkendell trägt auch heute noch den Flurnamen „Hinter dem Matzerather Kreuz“.
 
 
 
Ein Blick auf die alte Karte aus dem Jahr 1827 gibt Auskunft über die örtlichen Gegebenheiten: Hier klicken
 
 
 
 
Vor über 50 Jahren registrierte, beschrieb und zeichnete der Lehrer Georg Jakob Meyer die Wegekreuze im Bereich der Eifel und so auch das Kreuz am Messpfad nach Matzerath. Er bezeichnete es als "Das schwere Kreuz hinter dem Friedhof"
 
 
 
"Hinter dem Friedhof geht ein Wiesenpfad bergwärts zu der Schloßhecker Straße. An diesem Pfad steht etwa 500m von der alten Kirche entfernt dieses schwere Kreuz mit großer Nische. Es ist in sehr beschädigtem Zustand und die Teile des Abschlußkreuzes liegen als Bruchstücke an der Erde neben dem Kreuz. Auch weist es an anderen Stellen Beschädigungen auf. Ein ganz alter breiter Sockelstein trägt den breiten Schaftfuß, auf dem eine Heiligenfigur ausgehauen ist in betender Haltung. Darüber ein großer Totenkopf mit gekreuzten Knochen. Schaftfuß endet in einem kurzen Altartisch mit großer tiefer Nische. Sicherlich wurde die Nische als Segensnische gebraucht. Um die Nische noch eben erkennbares Blatt- und Blumenzierwerk. Das Ganze ist aus rotem Sandstein gehauen und schaut mit der Front zum alten Friedhof hin. Wohl ein Totengedächtniskreuz. Ohne Jahreszahl und Inschrift. Es dürfte aus der Zeit um 1750 stammen. Ob es sich lohnt, es wieder in Stand zu setzen?"
(Text und Zeichnung von Georg Jakob Meyer, Wegekreuze im Trierer Land 1955 Bl.186)
 
Als im Rahmen der Flurbereinigung der nicht mehr genutzte und im Gelände nicht mehr vorhandene alte Messenpfad aufgehoben und ein neues Wirtschaftswegenetz angelegt wurde, sicherte die Ortsgemeinde die vorhandenen Überreste des Kreuzes und lagerte sie in einer Scheune – mit der Absicht, das Kreuz eines Tages wieder zu restaurieren und an einer neuen geeigneten Stelle aufzubauen. Leider mangelte es stets an den finanziellen Mitteln, das Vorhaben zu verwirklichen.
Dass die Restaurierung jetzt endlich geschehen konnte, ist dem Förderkreis „Alte Kirche“ unter seinem rührigen Vorsitzenden Winfried Krämer zu verdanken. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gestellt, neben der Renovierung und Erhaltung der alten Kirche auch die vorhandenen Wegekreuze zu pflegen und nach und nach in Stand zu setzen. In einer der letzten Sitzungen war beschlossen worden, als erstes Kreuz das „Matzerather Kreuz“ von Peter Weiland restaurieren zu lassen und es am Wirtschaftsweg, der vom Lehweg oberhalb des Burgplatzes zur Kreisstraße Pronsfeld - Schlossheck führt mit der Frontseite zur alten Kirche hin aufzustellen. Der Platz befindet sich damit nicht allzu weit vom ehemaligen Standort entfernt. Wie der Vorsitzende des Förderkreises erklärte wird das Gelände um das Kreuz noch als Anlage gestaltet.
Pronsfeld ist um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden! Ein Spaziergang zum "Matzerather Kreuz" lohnt sich auf jeden Fall!
 
 Nische mit Verzierungen (Relikt)                             Nische überarbeitet und renoviert
 Kreuz (Relikt)                                                               Kreuz ergänzt und restauriert
 
 Knieende Frauenfigur (Relikt)                                  Jetzige Gestaltung der Frauenfigur


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